Warum die Zusammenarbeit zwischen Start-ups und Unternehmen der Schlüssel zur Innovation ist

Um als Unternehmen auf dem Markt bestehen und sich gegenüber anderen Marktteilnehmern behaupten zu können, müssen kontinuierlich Wettbewerbsvorteile ermittelt und ausgebaut werden. Viele Unternehmen haben erkannt, dass sich diese Vorteile nicht unbedingt innerhalb der eigenen Organisation wiederfinden. Laut einer Studie von McKinsey sind die Investitionen von Corporate Venture Capital zwischen 2013 und 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent gestiegen. Zudem haben drei Viertel der Fortune-100-Unternehmen aktive Venture-Abteilungen*.

Unternehmen haben also erkannt, dass Kooperationen mit Start-ups für den Fortschritt der technologischen Innovation von entscheidender Bedeutung sind, um langfristiges Wachstum voranzutreiben. Start-ups können von der Finanzierung und dem Zugang zu den Ressourcen eines Unternehmens profitieren, während Unternehmen sich die Agilität und Flexibilität der Start-ups zunutze machen können und Zugang zu neuen Technologien erhalten.

Die großen Unterschiede zwischen Unternehmen und Start-ups bringen allerdings auch Herausforderungen mit sich. Um für beide Seiten einen Mehrwert zu schaffen, müssen Ziele, Erwartungen, Prozesse, Kommunikation und Kultur bei einer Partnerschaft berücksichtigt werden.

Kooperationen bieten viel Potenzial für Unternehmen und Start-ups. (Bild: Unsplash)
Die Herausforderungen:

Immer mehr Unternehmen wollen mit Start-ups zusammenarbeiten. Dabei fokussieren sich Unternehmen häufiger auf das junge Image oder technologische Trends als auf konkrete Gründe für eine Zusammenarbeit. Ohne eine strategische Ausrichtung führt eine Kooperation auf beiden Seiten eher zu Frustration als zu einer erfolgreichen Partnerschaft. Zudem denken Unternehmen bei Start-ups vorab häufig nur an Investition und Übernahme. Dabei lassen sie außer Acht, welche Perspektiven eine Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen bedeuten könnte, beispielsweise hinsichtlich technologischer Entwicklungen, neuer Märkte und agiler Arbeitsweisen.

Start-ups legen ihren Fokus zu oft nur auf die finanziellen Vorteile und versuchen oftmals mehrere Kooperationen gleichzeitig zu stemmen. Dies führt zu Konflikten, da dabei häufig Erwartungen und vorab gesteckte Ziele nicht erreicht werden können. Auch hinsichtlich des Reifegrads des Produkts kann es zu Konflikten kommen, da die Technologie oftmals nur auf dem Papier existiert, die einem Pilotprojekt nicht standhalten kann.  

Eine weitere Herausforderung für beide Seiten sind die Kulturunterschiede der jeweiligen Organisationen. Während Bürokratie und langsame Entscheidungsfindungen für Start-ups frustrierend sein können, empfinden Unternehmen die flexiblen Arbeitsmodelle von Start-ups häufig als chaotisch und unprofessionell.

Im Folgenden zeigen wir, wie Unternehmen und Start-ups die Herausforderungen meistern können und welche Vorteile sich aus strategisch durchdachten Kooperationen für beide Seiten ergeben.

Innovation steht bei Kooperationen oft an erster Stelle. (Bild: Unsplash)
3 Tipps, damit die Kooperation ein Erfolg wird

Eine gemeinsame Basis finden

Um den richtigen Ansatz zu finden, muss man zunächst die Ziele verstehen. Dabei hilft es sich vorab die Probleme, für die Lösungen gefunden werden sollen, bewusst zu machen. Außerdem ist es wichtig, sich die richtigen Fragen hinsichtlich der Kooperation zu stellen: Sollen neue Technologien eingebunden werden? Sollen Kosten gespart werden? Sollen mit der Kooperation neue Märkte erschlossen werden?

Die daraus resultierenden Ziele werden idealerweise mithilfe von KPI’s definiert und regelmäßig kontrolliert. Klare Meilensteine und zeitlich definierte Ziele erhöhen die Zufriedenheit von Start-ups um 38 Prozent bzw. 59 Prozent*.

Den richtigen Ton treffen

Ein Bereich, in dem viele Kooperationen Schwierigkeiten haben, ist das Finden einer gemeinsamen Sprache für alle Beteiligten.

Nur eine offene und zielgerichtete Kommunikation kann dabei helfen Missverständnisse zu vermeiden und mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Ebenso wichtig ist es, die Werte zu kommunizieren, die für die jeweilige Seite wichtig sind, um einen reibungslosen Ablauf zwischen den Teams sicherstellen zu können.

Volles Engagement von beiden Seiten

Eine Partnerschaft auf Augenhöhe ist von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche und langfristige Kooperation. Laut der Umfrage von McKinsey stieg die Zufriedenheit der Start-ups um 93 Prozent, wenn sie das Gefühl hatten, dass ihr Unternehmenspartner sich stark engagierte und um 86 Prozent, wenn das Top-Management in die Partnerschaft eingebunden war*. Start-ups wiederum können ihren Kooperationspartnern mit einer zuverlässigen Umsetzung und dem Einbringen neuer Ideen beweisen, dass sie an einer langfristigen Partnerschaft interessiert sind.

Start-ups bieten viel Agilität und reagieren schnell auf Trends. (Bild: Unsplash)
Die Vorteile für Unternehmen:

Für Unternehmen bieten Start-ups unterschiedliche Möglichkeiten, von denen sie profitieren können.

Innovative Marktperspektive

Auf Unternehmensseite ist das Thema Innovation einer der Hauptgründe für eine Kooperation mit Start-ups. Die Zusammenarbeit hilft Unternehmen, Branchentrends schneller zu erkennen und somit neue Märkte zu erschließen.

Agilität

Die schnelllebigen Veränderungen auf dem Markt führen dazu, dass es von großer Bedeutung ist, möglichst flexibel auf Umstellungen zu reagieren. Das hat nicht zuletzt die Corona-Pandemie gezeigt. Aber auch unabhängig von derartigen Ereignissen ist es wichtig, kreative Lösungen und Flexibilität sowohl in die Unternehmenskultur als auch in die strategischen Entscheidungen einzubinden.

Flexibilität in der Lieferkette

Unternehmen, die nur mit bestehenden Lieferanten zusammenarbeiten, büßen mögliche Effizienz und Flexibilität ein. Da Start-ups niedrigere Betriebskosten haben und mehr Wert auf Kreativität legen, könnte sie einem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil in der Lieferkettenlogistik verschaffen.

Teamwork und Engagement sind entscheidende Erfolgsfaktoren bei einer Kooperation. (Bild: Unsplash)
Die Vorteile für Start-ups:

Auch für Start-ups ergeben sich zahlreiche Vorteile, wenn sie mit einem etablierten Unternehmen kooperieren.

Marketablierung

Große Firmenkunden verbessern das Image eines Start-ups und dienen als Referenz für potenzielle Verkäufe. Denn wenn ein großes Unternehmen hinter der Idee eines Start-ups steht, schafft das Vertrauen bei potenziellen Kunden

Marktzugang

Unternehmen sind ein guter Partner, insbesondere für Start-ups in der Anfangsphase, da sie über die nötigen Ressourcen, fundierte Marktkenntnisse und das Budget verfügen. Außerdem können Start-ups durch die Zusammenarbeit mit international agierenden Unternehmen neue Märkte erschließen, indem sie mit den lokalen Niederlassungen des Unternehmens zusammenarbeiten.

Know-how

Die jahrelange Erfahrung und das breit gefächerte Fachwissen von gut etablierten Unternehmen bringen Start-ups viele Vorteile und erleichtert ihnen den Einstieg in die Branche.  

Fazit

Eine gemeinsame Kooperation lohnt sich sowohl für Unternehmen als auch für Start-ups. Neben finanziellen Vorteilen können beide Seiten von neuen Perspektiven, Trends und zusätzlichen Ressourcen profitieren. Um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu garantieren, ist es wichtig, dass die Ziele beider Partner übereinstimmen, eine offene Kommunikation gepflegt wird und alle Beteiligten sich auf Augenhöhe begegnen.  

*www.mckinsey.com/business-functions/strategy-and-corporate-finance/our-insights/collaborations-between-corporates-and-start-ups