Nutzfahrzeuge auf neuem Kurs: Das sind wichtigsten Trends der IAA Transportation

Aktuell setzen die meisten Spediteure noch auf Diesel-Fahrzeuge. Die zunehmenden Vorschriften, die in absehbarer Zeit in einem Diesel-Fahrverbot enden könnten, haben spürbare Auswirkungen auf die Branche. Hinzu kommt der wachsende Druck auf Unternehmen, nachhaltiger zu handeln. So müssen LKW-Hersteller beispielsweise bereits bis 2025 ihren CO2-Ausstoß um etwa 15 % senken. Damit das erreicht werden kann, müssen alternative Antriebe zur Norm werden.

Auf der IAA Nutzfahrzeuge, die letzte Woche in Hannover stattgefunden hat, dominieren Brennstoffzelle und Batterie. Auch wenn ein Diesel-Fahrzeug aktuell noch dreimal weniger kostet als ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug, die steigenden Energiekosten und Fahrermangel führen über kurz oder lang zu einer Antriebswende. Die präsentierten Technologien lassen die konventionellen Antriebsarten schon jetzt wie ein Relikt aus längst vergangener Zeit erscheinen. Auf der Messe haben besonders die folgenden Themen eine große Rolle gespielt und gezeigt, was die Transport- und Logistikbranche zukünftig antreiben wird.

Trend 1: Batterieelektrische Antriebe

Die Vielzahl an Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb, die auf der IAA gezeigt wurden, macht deutlich, dass alternative Antriebsarten in Zukunft das Maß aller Dinge sind. Daimler präsentiert mit dem eActros LongHaul seinen ersten reinen Batterie-Lkw für den Fernverkehr. Der Elektro-LKW erzielt eine Reichweite von 500 Kilometern mit einer Batterieladung. Möglich machen dies drei Batteriepakete, die eine installierte Gesamtkapazität von mehr als 600 Kilowattstunden liefern. Auch MAN war mit seinem batteriebetriebenen E-Truck auf der Messe vertreten. In dem Fahrzeug können drei bis sechs Batteriepacks mit 300 bis 500 kWh Speicherkapazität untergebracht werden und soll so 600 bis 800 Kilometer Reichweite schaffen.

E-Truck von Volvo auf der IAA Transportation. Bild: Michael Heck
Trend 2: Wasserstoffantrieb

Als Alternative zu den batterieelektrischen Antrieben wurden auf der Messe Wasserstoff-Fahrzeuge präsentiert. Dazu gehört auch der Nikola Tre FCEV. Der Brennstoffzellen-LKW fasst etwa 70 Kilogramm Wasserstoff, die bei 700 bar Druck in drei zylindrischen Tanks gespeichert werden, womit eine Reichweite von bis zu 800 Kilometer möglich sein soll. Die Firma Quantron hat erstmals den zusammen mit Ballard Power Systems kreierten QHM FCEV Heavy Truck vorgestellt. Der Wasserstoff-Truck soll eine Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern haben. Ein flächendeckender Einsatz solcher Fahrzeuge würde maßgeblich zur Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs beitragen.

Trend 3: Austauschbausätze

Ein weiterer Trend sind Austauschbausätze, mit denen der Dieselantrieb in Bussen und Lkw durch einen neuen Batterieantrieb ersetzt werden kann. Die Bausätze sind für die Branche eine Chance, weniger umweltschädlich zu sein, ohne dabei gleich die ganze Flotte austauschen zu müssen, da die bestehende Fahrzeugflotte im laufenden Betrieb modernisiert werden kann. 

Trend 4: Letzte Meile

Innovative Lösungen für die letzte Meile sind gefragt wie nie, um zukünftig das steigende Liefervolumen effizient und klimaschonend bewältigen zu können. Neben Mini-Lastern für kurze Strecken wurden von Fahrradherstellern auch Cargo-Bikes mit Pedelec-Antrieb präsentiert.

Elektromobilität hat auf der diesjährigen IAA Transportation den Ton angegeben. Bild: Michael Heck
Die Zukunft der E-Mobilität bei Nutzfahrzeugen

Die IAA Transportation hat gezeigt, wie die Antriebstechnik der Zukunft in der Transport- und Logistikbranche aussieht. Viele der auf der Messe ausgestellten Fahrzeuge stehen unmittelbar vor der Serienreife. So möchte Quantron die ersten Wasserstoff-Schwerlaster schon im Frühjahr 2023 an seine Kunden ausliefern. 

Anders sieht es bei der Infrastruktur für Elektromobilität aus. Noch fehlt die Ladeinfrastruktur, um eine flächendeckende Versorgung zu garantieren. Wasserstoffgas, insbesondere grüner Wasserstoff, ist ebenfalls noch nicht in den Mengen verfügbar, die es braucht, um ganze Flotten rentabel betreiben zu können.

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